Nepal die 2

Wir haben die Standheizung nun endgültig repariert, die Thermosicherung ist uns immer abgeraucht, also haben wir keinen anderen Weg gesehen als sie zu überbrücken. Solange es funktioniert soll uns das recht sein. Nachmittags trifft erst Tobi, ein Overlander mit Iveco Daily 4×4 ein, etwas später kommt dann auch Irvin, der Werkstattbesitzer, mit seinem Freund Samyam von einer Motorradtour an. Von da an war der Tag für alles Produktive gelaufen. Wir trinken etliche Bier mit den beiden, die einen sehr sympathischen Eindruck machen und plötzlich war der Abend um. Am nächsten Morgen mussten wir trotzdem zeitig nochmal in die Stadt, um ein Paket in die Heimat zu schicken, für das uns auch noch der Inhalt gefehlt hat. Als wir abends in der Dämmerung zurückkommen, wartet Irvin bereits auf uns. Er hat uns am Vorabend zu einer Jam-session bei seinen Freunden eingeladen. Die Session ist in einer großen Schule, die der Familie von einem der Musiker gehört. Zu der guten Musik gab es noch Bier und leckeres Essen, besser hätte es fast nicht laufen können. Da keiner mehr zurück fahren durfte, sind wir dann heim chauffiert worden, so ein Chauffeur is echt nicht schlecht! Am nächsten Tag wollten wir aufbrechen, begleichen unsere Rechnung, aber Irvin lässt auf sich warten. Währenddessen kommt Samyam vorbei, wir trinken ein letztes Bierchen, Tobi bekommt kurzfristig ein wichtiges Ersatzteil, es gibt noch ein Bierchen, Irvin kommt und, natürlich, gibt es noch ein Bierchen. Die Abfahrt wird verschoben, stattdessen gehen wir mit Samyam noch Mo-Mo’s essen. Mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die uns wohl auch irgendwie an die Heimat erinnern und sich zu unserem Lieblingsessen in Nepal entwickeln.

Am nächsten Morgen geht es wirklich los! Wir fahren über den Araniko Highway- scheinbar einer der gefährlichsten der Welt (wegen Erdrutschen)- Richtung Chinesischer Grenze auf der Suche nach einem Stellplatz für die nächsten Tage. Hinter einem Erdrutsch legen wir eine Pause ein und wollen grade wieder umkehren, als ein Trupp Paddler aus dem Fluss kommt um die Stromschnellen zu umgehen. Wir bieten ihnen an, sie ein Stück den Fluss runter mit zu nehmen. Für Vier Kanus ist der LKW einfach nicht gemacht, irgendwie hat es dann aber doch geklappt alle sicher unter zu bringen. Sie laden uns dafür zum Mittag ein. Alles in allem eine sehr nette Begegnung. Abends kommen wir über einen schmalen Weg zu einem ruhigen Platz direkt am Fluss. Wir sind extra früh los gefahren um früh anzukommen aber irgendwie klappt das bei uns nie.

Das einzige, was wir die kommenden Tage machen ist abhängen, Staudämme bauen, Backen (der Omnia Ofen funktioniert super!! J ) und, weil es so günstig ist, jeden Abend im Nahegelegenen Ort für 1,50-2,50€/Kopf lecker Essen gehen. Als wir dann Aufbrechen müssen wir noch den Weg ausbessern um nicht den Hang abzustürzen und steine unter die Hang-Spur legen, da wir sonst nicht an einem Baum vorbei gekommen wären. Wir sind nochmal durch Kathmandu gefahren, aber diesmal zügig und dem Großstadtverkehr zu entkommen, mit nichtigem Erfolg. Abends sehe ich in der Dunkelheit eine Engstelle nicht und Rasiere den Außenspiegel ab. Außer einem Kaputten Spiegel und einem Riesen Schrecken ist aber nichts weiter passiert. Am nächsten Tag kommen wir in Pokhara an und wollen auf den Overlander Campingplatz, dort angekommen stellt sich aber heraus, dass die Zufahrt von Feldern blockiert wird, scheinbar hatten die Anwohner Bock auf 2 Reihen Reis mehr. Das Stand aber auch im Internet, was wir zuvor nicht gecheckt hatten. Wir finden dann aber doch noch einen netten Platz zum Stehen für die nächsten Tage für 700Rs/Woche. Ideal, da wir eh trekken gehen wollen. Wir besorgen uns am nächsten Tag noch die nötigen Genehmigungen zum trekken und Fahren Abends schon mit dem Taxi nach Kande, unserem Einstiegspunkt für den etwa 80km langen Weg bis zum Annapurna Basis Lager und zurück.

Wir Starten sehr früh und schaffen es am Abend bis Jhinu Dande und den heißen Quellen dort. Wir sind zwar weit gekommen, sind aber auf derselben Höhe, auf der wir morgens auch gestartet sind, das dämpft die Freude bei mir etwas, weil es die ganze Zeit Hoch und runter ging. Dafür sind die Quellen dort aber eine Wohltat. Am nächsten Morgen schlafen wir etwas länger und im laufe des Tages beginnen die ersten Beschwerden mit Muskelkater und ziehen im Knie. Abends sind wir wie erschlagen. Für den dritten Tag war nur eine kurze Etappe angedacht, da wir das Ziel aber so früh schon erreichen, dass wir nicht wissen, was wir mit unserer Zeit anstellen sollen, Lassen wir unser Gepäck in einem Zimmer und Laufen ohne Gepäck ins Annapurna Basis Lager auf 4130m hoch. Die Aussicht ist Atemberaubend und entschädigt für den Anstrengenden Weg hoch. Doch auch auf dem Weg nach oben haben sich immer wieder fantastische Ausblicke gezeigt. Am nächsten Tag geht es zurück bis Jhinu Dande und gegen Ende des Tages können wir kaum noch Treppen Laufen. Hier rächt es sich bitterlich, dass ich so wenig Sport mache. Am Nachmittag des 5. Tages sind wir wieder zurück am LKW. Das Trekking hat uns sehr gut gefallen, auch wenn wir daraus einen Gewaltmarsch gemacht haben, und würden es vermutlich alle wieder machen. Kaum am LKW angekommen, trifft auch Tobi ein und erzählt uns von einem Händler der Adapter für Gasflaschen verkauft. Jonas und Lukas zuckeln los und besorgen auch einen, damit wir endlich überall unsere Gasflaschen auffüllen können. Abends gehen wir noch in einem Unscheinbaren Lokal, das uns Andi, ein Mannheimer, der im Winter immer aus Deutschland flüchtet, empfohlen hat, Essen (Mo-Mo‘s natürlich). Wir entspannen noch einen Tag und fahren dann weiter, Richtung Chitwan Nationalpark. Wir Fahren mit dem Auto durch den Park und setzen uns zu zweit aufs Dach, damit richtiges Sfari-Feeling aufkommt. Großwild sehen wir aber leider keins. Viele Vögel, darunter auch einen Adler, etwas Rotwild und ein Wildschwein. Nichts Besonderes, aber trotzdem wunderschön. Abends Stehen wir dann in einer Lodge direkt neben dem Park und buchen einen Elefantenritt für den nächsten Morgen. Dieser ist zwar ganz lustig und man sieht alles aus einer Neuen Perspektive, aber auch hierbei haben wir nichts Besonderes gesehen. Wir würden aber nicht nochmal zu einem Elefantenritt aufbrechen, da die Elefanten in die freie Natur und nicht unter den Arsch von Touris gehören. Im Anschluss sind wir nochmal zu dem Platz im Flussbett gefahren, an dem wir bereits zu Beginn unserer Nepal Zeit standen, denn von hier aus ist es nicht mehr weit zur Grenze.

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5 Kommentare

  1. Barbara Fabricius-Exner sagt:

    Super schöne Bilder, da kommt wirklich Fernweh auf…hier, am 1. Dezember ;D
    Dein Bericht ist auch sehr anschaulich – und das einem zwischen Planung und Ausführung oft ein (paar) Bierchen oder noch ein Essen/Musik/Unterhaltung mit netten Bekanntschaften dazwischen kommen, ist ja gerade das Schöne am Reisen (mit viel Zeit). Ihr macht das ganz richtig…
    Lieben Gruß Mama/Barbara

  2. Crissi sagt:

    Hammer Bilder aus dem Himalaya!

    Wo habt ihr auf eurer Treckingtour übernachtet? Im Zelt oder gibt’s da LAger dazwischen?

    1. Moritz Exner sagt:

      Da sind alle paar km lodges zum übernachten, das Zelt muss man glücklicherweise nicht mit schleppen:D

  3. Yugo123 sagt:

    Hey Jugos!
    Dies ist ein guter Kommentar!
    Flo und Ich gehen jetzt Adana essen in Gedenkan an Tok.
    Selamaeykum
    Die Yugoboyz

  4. Yugo123 sagt:

    Vong Rechtschreibung 1a

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