Urlaub in Goa

Nachdem wir abends in Goa angekommen sind haben wir es nur noch bis in die nächste Bar geschafft, die dann auch für die nächsten Wochen zu unser Heim und Hof Kneipe werden soll. Beim Ankommen haben wir schon gesehen, dass noch ein weiterer Overlander auf dem Platz steht und zwar, wie sollte es anders sein, ein Deutscher. Abends hatten wir dann aber keine Muße mehr, uns vorzustellen und haben die Besitzer erst am Folgetag kennen gelernt. (Zwischenanmerkung: während unserem Goa Aufenthalt hatte ich auch Urlaub vom Tagebuchschreiben, was ich erst später nachgeholt habe. Daher ist dieser Blogeintrag nicht absolut Chronologisch geordnet.) Die anderen Overlander sind Perry und Ellen, über deren Reiseblog, www.innowan.de , wir bereits gestolpert sind, als wir nach einer Lösung für unsere Ersatzräder gesucht haben. Später stellt sich auch heraus, dass die beiden bekannte von Lukas und Jonas kennen, so klein ist die Welt. Die ersten Tage in Agonda machen wir so gut wie nichts, außer Brot für unser Frühstück Backen. Jonas hat auch bereits die Referenznummer für das Iran Visum beantragt, da es beim ersten mal 10 Tage gedauert hat, bis wir die Nummer hatten. Doof nur, dass es dieses Mal nur 3 Tage gedauert hat, weswegen wir auch gleich nach Weihnachten wieder gen Delhi aufbrechen müssen und Silvester irgendwo, nicht aber am Strand verbringen werden.

Samstags sind wir zwei Mal mit dem Bus in den Nachbarort gefahren, weil dort Markt ist. Er ist immer bunt und es gibt alles an frischem Obst und Gemüse, was die Region zu bieten hat, es ist eine wahre Freude hier einzukaufen. Mit Perry und Ellen haben wir auch etliche schöne Tage. Da die Beiden auch einen 1017er, genau wie wir haben, hatten wir eine gute Grundlage, um Blech zu Babbeln, was wir auch wirklich ausgiebig gemacht haben. Auch sonst, wenn wir nicht gerade über Autos und Wohnmobiltechnik geredet haben, hatten wir eine schöne Zeit gemeinsam und haben mehrere schöne Abende miteinander verbracht. Leider mussten Sie vor Weihnachten abreisen. Wir haben auch einen Wartungstag eingelegt und neben Kleinigkeiten auch das Schaltgestänge wieder gerichtet, jetzt ist alles wieder wie neu! Auch die Bremsen sind wieder eingestellt. Da wir viel Zeit und Muße hatten, haben wir auch mit dem Omnia Backofen rumgespielt. Es gab viel selbstgebackenes Brot, Jonas hat sich an Plätzchen (schwierig) und einer Linzertorte (sehr gut) versucht, ich habe einen Frankfurter Kranz gebacken (Der Biskuit Teig ist super geworden, die Buttercreme hab ich versaut). Alles scheint möglich zu sein mit dem Ofen!

Da vor unserem Stellplatz einige Fischerboote lagen haben wir uns auch mit einem Fischer ein wenig angefreundet und haben mit ihm eine Bootstour gemacht. Die Strände die wir dabei gesehen haben waren wie gemalt und der Sonnenuntergang auf dem Meer hatte auch etwas.

Perry und Ellen haben uns auch darauf gebracht, dass es in Goa Würstchen gibt, die große Ähnlichkeiten mit Chorizo haben (Goa war einmal eine Portugiesische Kolonie). Deswegen und wegen der Probleme mit dem Geldwechsel MUSSTEN wir auch einmal in die nächste große Stadt Margao. In Agonda ist der Wechselkurs von Tag zu Tag schlechter geworden, wenn die Wechselstuben überhaupt Geld hatten. Der Wechselkurs lag zuletzt bei 1€/55Rs, offiziell war der Kurs bei 1:71. Also haben wir uns zwei Roller geliehen und sind die 35km bis Margao gefahren. Solange wir auf der Küstenstraße waren, hat es echt Spaß gemacht, auf größeren Straßen muss man höllisch aufpassen. Angekommen haben wir Würstchen, einen guten Wechselkurs und Schnaps für 1,6€ auf den Liter.

Am Tag vor der Abfahrt von Perry und Ellen ist die „Ablösung“ in Form von Bert und Catharina ( www.dreamtrip.se ) und Ewen (www.goinground.me) gekommen. Bert und Catharina sind zwei Schweden und mit ihrem Saab unterwegs, Ewen ist Deutscher und mit dem Motorrad unterwegs. Es ist zwar schade, dass die einen gehen mussten, doch die neue Gesellschaft stellt sich auch als sehr lebhaft heraus und auch mit ihnen haben wir eine schöne Zeit am Strand. Bert und Catharina haben mit ihrem Saab schon einmal eine Tour von 2 Jahren gemacht. Kurz vor Weihnachten haben wir nochmal Kontakt mit Raj aufgenommen, da er grade in Goa war, viele Geschenke für uns bei ihm in Delhi angekommen sind und er uns auch Gebäck und Karten aus den Paketen mitgebracht hat. Also haben wir nochmal Roller Gemietet und sind zu ihm gefahren, 3h hin und 3h zurück, für 200km. Rollerfahren ist nicht so schnell wie man denken mag, dennoch hat sich der Tagesausflug gelohnt und wir waren vor Einbruch der Dunkelheit wieder in Agonda zurück, denn bei Dunkelheit sollte man nicht mehr mit dem Roller unterwegs sein.

In Agonda gab es auch eine Kuh Herde, die immer mal wieder rund um unseren LKW stand. Es gibt ein lustiges Bild ab, wenn 10 Kühe oder mehr auf dem Strand liegen und wiederkäuen oder den Strand entlang wandern. Ein Kalb war auch sehr zutraulich und hat sich immer wieder zu uns gesellt. Wir mussten es aber verstoßen, als es dreist geworden ist und vom Tisch essen wollte. Bis dahin hatten wir Mo-Mo echt gerne.

Lukas hatte zwischendurch ein unangenehmes Intermezzo mit einer Qualle, leider war er recht weit draußen schwimmen, sodass er lange gebraucht hat um bis zum Essig und den Kühlpacks zu kommen. Den Quallenstich hat er mindestens zwei Wochen gespürt. Da er damit auch zu den Rettungsschwimmern gegangen ist und die uns mittlerweile kannten, haben sie in den folgenden zwei Wochen alle Quallenopfer zu uns gebracht und waren selber etwas unbeholfen.

Sonntags war der einzige Tag an dem wirklich viel los war. Ab 10Uhr sind Busse voller Inder gekommen, die, in guter Indischer Manier, laut geredet haben, laute Musik haben laufen lassen und sich dabei Alkohol in den Kopf gekippt haben, dass sie teilweise mittags nurnoch torkeln konnten. Daher sind sie auch nie sehr lange geblieben, also hatten wir trotzdem ruhige Nächte. Hinterlassen haben sie dann ihren ganzen Müll und haben damit den Platz verwüstet.

Vier Wochen ohne Wäsche waschen ging nicht, also haben wir einen Tag unsere blaue Wäschetonne genommen, an ein Hinterrad mit Spanngurten befestigt und ein Rad mit dem Wagenheber angehoben. So konnten wir mit Vor- und Rückwärtsgang unsere Wäsche waschen. Die 170Ps Waschmaschine hat aber nicht lange funktioniert, denn die Spanngurte haben sich gelöst und wir haben die Tonne nicht wieder fest bekommen. Trotzdem wurde der Spieltrieb befriedigt.

Weihnachten haben wir dann mit Bert, Catharina, Ewen, Caro, Rebecca und Till verbracht, die aber erst am Tag zuvor angekommen sind. Anfangs haben wir noch Catharinas Geburtstag gefeiert und dann Weihnachten. Erst Glühwein, die Gewürze hierfür gab es ja an jeder Ecke, dann mit Cocktails. Abends saßen wir dann in unserer Stammbar und haben noch lecker bei live Musik gegessen.

Leider mussten wir am nächsten Morgen bereits abreisen, die Verabschiedung von den beiden Schweden ist aber sehr herzlich ausgefallen und wir hoffen, sie auf unserer Tour nochmal wieder zu sehen (was durchaus passieren kann, da sie eine ähnliche Route haben).

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2 Kommentare

  1. Barbara Fabricius-Exner sagt:

    Sieht aus und hört sich an nach einem MOnat purer Idylle (umso mehr, da es HIER draussen stürmt und vermutlich bald schneit…) Könnte ich mir auch vorstellen!

  2. Hanjo sagt:

    Hallo Ihr Drei,

    Eure Blogs lesen sich wirklick sehr spannend. Toll, was Ihr alles erlebt und wie Ihr bei Problemen mit kreativen Lösungen weiterkommt.

    Wir drücken Euch ganz fest beide Daumen, dass Ihr auch weiterhin alles so super meistert wie bisher.

    Ganz liebe Grüße und noch viele tolle Erlebnisse

    Hanjo und Mylène

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